Vom psychoiden Feld und dem Pfadintegral gegenstandsloser Farben
Eine Studie zum metaphysischen Verständnis der Rollbilder

Es könnte abwegig erscheinen, ein metaphysisches Konzept wie das psychoide Feld, und ein mathematisches Verfahren, das Pfadintegral der Quantenmechanik, in Zusammenhang zu bringen. Umso mehr, als die Phänomenalität gegenstandsloser Farben, als ein drittes Element, in diesen Kontext eingebracht wird. Meine Intention, dies zu versuchen, ist, diese Beziehung über das Attribut der Gegenstandslosigkeit herzustellen, um damit die komplexe Metaphysik meiner Roll-bilder zu begründen. Andererseits und zugleich möchte ich über die Metaphysik dieser Bilder, ein nicht mathematisches Verständnis quantenmechanischer Aspekte konzipieren. Dies könnte gelin-gen, wenn man bedenkt, dass die der Quantenphysik zugrunde liegende Mathematik, ein gegen-standsoses Instrument zur Darstellung der Quantenphänomene ist.

Bei C. G. Jung und Wolfgang Pauli ist das „psychoide Feld“ ein gegenstandsloser Zustand, in dem das Geistige und Psychische nicht vom Materiellen getrennt sind und keines dieser drei Attribute von den beiden anderen getrennt existiert. Dadurch bilden sich dynamische Muster relationaler Beziehungen, die sich in Synchronizitäten, archetypischen Strukturen, symbolischen Beziehungen und Analogien zeigen. Deren wesentliche Attribute sind die Nichtlokalität, Gegenstandslosigkeit und akausale Wirkung. Nichtlokal ist die Eigenschaft, augenblicklich und unmittelbar interagieren und in Beziehung sein zu können, ohne dass dabei physikalische Signale in der vierdimensionalen Raumzeit übertragen werden müssen. 

Dieses Phänomen wurde durch die Quantenmechanik bestätigt. Gegenstandslos oder objektfrei ist ein Zustand relationaler Beziehung, die „leer“ ist, ohne etwas Konkretes zu sein, und dadurch die Vielheit des Konkreten ermöglicht. Unter einer akausalen Wirkung ist ein Einfluss zu verste-hen, bei dem ein kausaler, in der vierdimensionalen Raum-zeit verankerter Zusammenhang fehlt. Das bedeutet, ein Ereignis, Phänomen oder eine Handlung ereignet sich ohne erkennbare Ursache und benötigt keinen chronologischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Aufgrund dieser Attri-bute ist das psychoide Feld ein Agens, ein außerhalb der Raumzeit wirkendes Prinzip, welches im ganz allgemeinen Sinn etwas vermittelt. Diese metaphysischen Attribute des psychoiden Feldes, sind quantenmechanischen Phänomenen analog, ohne physikalisch bedingt zu sein.

Man kann das psychoide Feld analog zu einem Wahrnehmungsfeld sehen, wenn man es nicht als dinghaftes „Etwas“, sondern als Struktur universaler Relationen versteht, die Wahrnehmung er-möglichen. Diese Analogie bezieht sich nicht auf physikalische Eigenschaften, sondern auf funk-tionale Attribute beider Felder. Beide Felder sind nicht lokal, raumzeitlos, intensitätsbasiert, po-tenzialhaft und sich entfaltend – genau jene Attribute, die das „Feldphänomen“ charakterisieren. Es ist kein verortetes System im euklidischen Raum und deshalb überall und nirgends. 

Wie die Wellenfunktion der Quantenmechanik, ist auch das psychoide Feld ein Komplex aller Mög-lichkeiten, die sich unabhängig von Ort und Zeit ereignen können. Synchronizitäten haben keine „Geschichte“, Quantenereignisse auch nicht. Deren Akausalität ermöglicht das Auftauchen von Bedeutungen, die sich nicht auf raumzeitlich bedingte Attribute zurückführen lassen. Alle drei Be-griffe, das psychoide Feld, das Pfadintegral und gegenstandslose Farben, beschreiben Phänomene, die nicht auf Objekte bezogen und darauf redzierbar sind. Es handelt sich um Feldqualitäten, Wahrscheinlichkeiten und Atmosphären. Ähnlich wie ein Magnetfeld nicht aus „Magnetteilchen“ besteht, sondern sich als Wirkung einer „räumlichen Qualität“ vermittelt, so vermitteln sich auch die gegenstandslosen Feldintensitäten der Rollbilder, in den Wirkungen ihrer metaphysischen Geometrie.

Der Unterschied zwischen einer physikalischen und einer metaphysischen Geometrie lässt sich ge-nau bestimmen, wenn man beide nicht als konkurrierende Systeme versteht, sondern als zwei völ-lig verschiedene Möglichkeiten, Raum zu begreifen. Die Erfahrungen, auf die man sich dabei bezie-hen kann, zeigen klar, dass eine physikalische Geometrie an Anschaulichkeit, Messbarkeit und in-tersubjektiven Strukturen gebunden ist. Im Unterschied dazu ist die metaphysische Geometrie eine unanschauliche, jedoch imaginativ wahrnehmbare, nicht messbare, doch als Wirkung erfahr-bare Struktur. Eine physikalische Geometrie ist Ausdruck messbarer Distanzen und bedarf deshalb des sensorischen Empfindens. Gleichzeitig zeigen diverse Debatten über Raum und die Grenzbe-reiche zwischen Physik und Metaphysik, dass physikalische Modelle metaphysische Vorausset-zungen tangieren, aber nicht mit ihnen identisch sind. Sie sollen auch nicht identisch sein, denn wären sie es, gäbe es keine Interaktion, und ohne sie könnte sich keine Gestalt verräumlichen.

Die Quantenphysik des Raumes zeigt, dass dessen physikalische Geometrie metaphysische Fragen berührt. Raum ist keine empirische Struktur, sondern eine metaphysische Voraussetzung, die ein physikalisches Raummodell erst möglich macht. Ebenso zeigen Grenzfragen zwischen Physik und Metaphysik, dass Begriffe wie Raum, Zeit, Licht oder Information Tiefendimensionen besitzen, die über ein klassisches Verständnis des physikalischen Raumes hinausweisen. Somit zeigt sich: Die physikalische Geometrie beschreibt die räumliche Struktur der Welt, wie sie den Sinnen erscheint. Ihr Komplementär ist die metaphysische Geometrie. Sie ist eine relationale Beziehungsdynamik, deren gegenstandslose Wirkungen sich in verraumzeitlichten Strukturen als physikalische Geome-trie äußern. Dies bedeutet für die Theorie des psychoiden Feldes der gegenstandslosen Rollbilder: Die sensorisch wahrnehmbaren Strukturen deren physikalischer Geometrie, sind Ausdruck einer metaphysischen Geometrie, deren überraumzeitliche Konfiguration sich im Prozess einer Hand-lung gegenständlich verraumzeitlicht hat. Dabei hat sich eine nicht lokale, gegenstandslose, meta-physische Geometrie, im Kontext physikalischer Bedingungen zum Ausdruck gebracht.

Das Verständnis eines übergegensätzlichen psychoiden Wahrnehmungsfeldes, ist nur außerhalb eines Entweder-oder-Denkens möglich. Sobald man Wahrnehmungsmodalitäten als Alternativen formuliert wie physisch oder geistig, subjektiv oder objektiv, innen oder außen, erzeugt man eine Trennung, die dem Prinzip eines psychoiden Feldes widerspricht. Denn ein Feld wirkt sich nicht in disjunktiven Kategorien aus, sondern in einer gleichursprünglichen Konjunktion, in der die ver-schiedenen Modalitäten und Attribute nicht nebeneinanderstehen, sondern einander und nicht hierarchisch durchdringen. Die Feldintensitäten eines psychoiden Rollbildes sind daher nicht das Resultat einer einzigen Quelle, sondern Ausdruck einer Interferenz, die physische, psychische und geistige Attribute zugleich umfasst, ohne dass einer dieser Faktoren isoliert und priorisiert werden müsste.

Ein solcher Zusammenhang zeigt sich auch in einer analogen Beziehung zum Pfadintegral der Quantenmechanik. Wie kann es sein, dass sich zwischen einem psychoiden Feld und dem Pfadinte-gral eine Analogie erkennen lässt? Diese Frage berührt das Zentrum dieser theoretischen Studie. Denn zwischen dem psychoiden Feld und dem Pfadintegral eine Analogie zu erkennen, ist nur dann möglich, wenn man beide nicht als unterschiedliche Disziplinen versteht, sondern als zwei Ausdrucksformen eines einzigen metaphysischen Prinzips: die gegenstandslose Potenzialität. Dar-unter ist die Anlage und Möglichkeit zu verstehen, dass sich etwas eigenständig, von sich aus und unter bestimmten Bedingungen entwickeln und verwirklichen kann. Sie bezeichnet den Zustand, etwas „seiner Möglichkeit nach“ sein zu können, im Gegensatz zur Aktualität einer tatsächlichen Verwirklichung. Die Analogie zwischen dem psychoiden Feld und dem Pfadintegral lässt sich er-kennen, wenn man diese beiden Konzepte nicht als Beschreibungen von Prozessen versteht, die sich auf eine Veränderung gegenständlicher Dinge beziehen, sondern als Ausdrucksformen eines gegenstandslosen Potenzialraums.

Das psychoide Feld ist bei Jung und Pauli ein metaphysischer Zustand, in dem es keine Trennung zwischen Subjektwirklichkeit und Objektrealität gibt. Es ist ein Bereich, in dem Bedeutungsdispo-sitionen, psychische und geistige Konfigurationen und symboloide Intensitäten existieren, bevor sie sich in raumzeitlichen Erscheinungen aktualisieren. Das Pfadintegral der Quantenmechanik beschreibt ebenfalls keinen realen Weg, den ein Teilchen von hier nach dort zurücklegt, sondern die Gesamtheit aller möglichen potenziellen Wege, die als Potenzialität existieren und erst durch Beobachtung zu einem bestimmten Ereignis kollabieren. In beiden Fällen ist das Entscheidende nicht die Aktualität, sondern die Potenzialität; nicht der Weg, sondern die Möglichkeit; nicht die Erscheinung, sondern die Struktur, die Erscheinung ermöglicht.

Aus metaphysischer Sicht sind das psychoide Feld und das Pfadintegral zwei Möglichkeiten, den-selben ontologischen Grund zu beschreiben: einen Bereich, in dem Mögliches wirklich ist, bevor es zu einer realen Erscheinung wird. Das psychoide Feld ist die metaphysische Tiefenstruktur dieser Potenzialität, während das Pfadintegral ihre mathematische Oberfläche bildet. Beide sind gegen-standslos, nicht lokal und übergegensätzlich. Das psychoide Feld ist weder physisch, noch psy-chisch, auch nicht geistig, sondern psychoid – eine Konfiguration, die sich erst in der Erscheinung differenziert. Das Pfadintegral ist kein physikalischer Prozess, sondern eine Summation aller Kon-figurationen, die ein physikalisches Ereignis ermöglichen. Sowohl ein Psychoid als auch ein Pfadintegral kommen außerhalb des raumzeitlich Lokalen zustande: das psychoide Feld, weil es die „Alleinheit“ gegenstandsloser Attribute und Relationen ist, die nicht an Raum und Zeit gebun-den sind; das Pfadintegral, weil es Wege berücksichtigt, die nicht real durchlaufen werden, son-dern als Potenzialformen existieren.

Die Analogie zeigt sich deutlich, wenn man den Vorgang und die Wirkung der Interferenz betrach-tet. Im Pfadintegral überlagern sich alle denkbaren Wege, und deren Interferieren bestimmt das wahrscheinliche Ereignis. Im psychoiden Feld bewirken sich symboloide Intensitäten, mögliche Bedeutungen und transsubjektive Resonanzen. Diese gegenstandslosen Wirkungen äußern sich als phänomenale Erscheinung – etwa in den Rollbildern, die nicht aus physischen oder psychischen Ursachen hervorgehen. Es sind Resonanzen eines übergegensätzlichen Feldes und dessen Interfe-renzen. In beiden Fällen zeigt sich ein interferierendes Zusammenwirken von Potenzialitäten. Was raumzeitlich erscheint, ist demzufolge kein Ergebnis eines chronologischen kausalen Prozesses, sondern das Ergebnis eines sich strukturierenden Feldes, das sich aus der Gesamtheit seiner Mög-lichkeiten ergibt. 

Deshalb kann man die Analogie folgendermaßen formulieren: Das psychoide Feld ist das metaphy-sische Konzept eines Potenzialraums, in dem alle Bedeutungsdispositionen gleichzeitig vorhanden sind. Ein Pfadintegral ist die mathematische Darstellung eines Potenzialraums, in dem alle Mög-ichkeiten eines Elementarteilchens, im Raumzeitkontext zu erscheinen, gleichzeitig existieren. Beide sind nicht lokal, gegenstandslos und akausal. Beide erzeugen Erscheinungen durch Interfe-renz. Es sind Felder außerhalb eines euklidischen Raumes, Strukturen relationaler Beziehungen, die sich nicht in dreidimensionalen Objekten, sondern in Form von Intensitäten formbildend aktu-alisieren.

Wenn man das Pfadintegral und das psychoide Feld als zwei Sprachen desselben universal Seien-den versteht, dann beginnt sich die Grenze zwischen Physik und Metaphysik aufzulösen. Das Pfadintegral ist in seiner mathematischen Form nichts anderes als die Beschreibung eines Poten-zialraums, in dem alle möglichen Wege eines Systems gleichzeitig existieren. Diese Wege sind keine realen Bahnen, sondern Potenziale, die einander interferieren und durch ihre Interferenz die tatsächliche Erscheinung hervorbringen. Das psychoide Feld ist seinerseits ein metaphysischer Potenzialraum, in dem alle symboloiden Konfigurationen gleichzeitig existieren. Auch diese Konfi-gurationen sind keine psychischen Inhalte, sondern überraumzeitliche Dispositionen, die sich in phänomenalen Erscheinungen aktualisieren, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind. In beiden Fällen ist die Aktualisierung nicht das Ergebnis eines kausalen Prozesses, sondern das Resultat einer Interferenzstruktur, die aus der Gesamtheit der Möglichkeiten entsteht.

Die strukturelle Identität von Interferenz und Resonanz ist der Schlüssel zur Analogie. Im Pfad-integral interferieren die möglichen Wege eines Systems miteinander, und diese Interferenz be-stimmt die Wahrscheinlichkeit der Erscheinung. Im psychoiden Feld interferieren symboloide In-tensitäten miteinander, und diese Interferenz bestimmt die Qualität der Erscheinung – etwa in Form farbphänomenaler Qualia, die konsonant oder dissonant wirken. Die mathematische Inter-ferenz im Pfadintegral und die phänomenale Resonanz im psychoiden Feld sind zwei Ausdrucks-formen desselben Bewegtseins: der Dynamik des Möglichen, das sich selbst zur Erscheinung bringt. Die Quantenmechanik beschreibt diese Bewegung in Zahlen, das psychoide Feld beschreibt sie in Qualitäten.

Wenn man diesen Zusammenhang weiterverfolgt, wird deutlich, dass farbphänomenale Qualia die Oberfläche eines metaphysischen Potenzialfeldes sind. Sie sind keine subjektiven Empfindungen, sondern Erscheinungen eines Feldes, das sich im erkennenden Wahrnehmen spiegelt, ohne von ihm erzeugt zu werden. Die Farbe ist hier nicht Eigenschaft eines Objekts, sondern Ausdruck ei-ner Intensität, die aus der Interferenz symboloider Konfigurationen hervorgeht. So wie das Pfadin-tegral keine realen Wege beschreibt, sondern die Potenzialität aller Wege, so beschreibt das psy-choide Feld keine realen Symbole, sondern die Potenzialität aller Bedeutungs-formen. Und so wie die Interferenz der Wege im Pfadintegral eine physikalische Erscheinung hervorbringt, so bringt die Resonanz der symboloiden Intensitäten die phänomenale Erscheinung hervor.

In dieser Perspektive wird die Quantenmechanik zu einer mathematischen Metaphysik des Mögli-chen, und das psychoide Feld zu einer phänomenologischen Metaphysik des Bedeutenden. Beide sind keine voneinander getrennten Bereiche, sondern zwei Möglichkeiten, denselben Hinter-grund des Seienden zu artikulieren. Das Pfadintegral ist die formale Sprache dieses Grundes, das psychoide Feld ist seine phänomenale Sprache. Die eine beschreibt die Potenzialität der physi-schen Erscheinung, die andere die Potenzialität der symboloiden Erscheinung. Beide sind Felder, die sich nicht im Raum befinden, sondern den Raum ermöglichen. Beide sind gegenstandslos, nicht lokal und übergegensätzlich. Und beide zeigen, dass die Welt nicht aus Dingen besteht, sondern aus Intensitäten, die sich durch Interferenz und Resonanz zur Erscheinung bringt. 

Versteht man farbphänomenale Qualia, also das wahrnehmende Empfinden von Farben, als sicht-bare Interferenzmuster eines überraumzeitlichen Bedeutungsfeldes, dann begreift man Farbe nicht mehr als Eigenschaft eines Objekts, sondern als Erscheinung einer Intensität, die aus der Überlagerung symboloider Konfigurationen hervorgeht. Farbe wird zu einem Resonanzphäno-men, das nicht im Raum entsteht, sondern sich im Raum zeigt. Die farbliche Erscheinung ist damit nicht das Resultat eines physikalischen Reizes, sondern die phänomenale Manifestation einer me-taphysischen Struktur, die sich durch Interferenz artikuliert. Das Bedeutungsfeld selbst ist über-raumzeitlich; es trägt Konfigurationen, die nicht lokalisiert, nicht zeitlich und nicht objektgebun-den sind. Diese Konfigurationen interferieren miteinander, und die Interferenz erzeugt Intensitä-ten, die sich dem wahrnehmenden Empfinden als farbphänomenale Qualia zeigen. 

Die Farben der Rollbilder sind somit Interferenzmuster, die aus der Überlagerung von psychoiden Potenzialen entstanden sind. So wie im Pfadintegral die möglichen Wege eines Systems miteinan-der interferieren und ein physikalisches Ereignis hervorbringen, so interferieren im psychoiden Feld die symboloiden Konfigurationen miteinander und bringen ein phänomenales Ereignis hervor. Die Farben sind die sichtbaren Spuren dieser gegenstandslosen Interferenz. Sie sind nicht ein „Etwas“, sondern ein „Geschehen“, das Ereignis von Resonanzen, die sich im Wahrnehmungsfeld zeigen, ohne von der Wahrnehmung erzeugt zu werden. Der Komplex farbphänomenaler Qualia eines Rollbildes ist dem-nach die zur Erscheinung gelangte psychoide Intensität, die aus der Inter-ferenz überzeitlicher Bedeutungsdispositionen hervorging.

In dieser Perspektive werden Farben zu einem Fenster, das einen Blick auf überraumzeitliche Be-deutungsfelder ermöglicht. Sie zeigen nicht, was das Feld ist, sondern wie es wirkt. Die Konsonanz oder Dissonanz einer Farbe ist keine ästhetische Bewertung, sondern die phänomenale Signatur einer bestimmten Interferenzstruktur. Konsonanz bedeutet, dass die symboloiden Konfigurati-onen in einer Weise interferieren, die eine stabile, kohärente Intensität hervorbringt. Dissonanz bedeutet, dass die Interferenz instabil, gebrochen oder spannungsgeladen ist. Diese Qualitäten sind nicht psychisch, sondern transsubjektiv – sie gehören dem Feld, nicht dem Subjekt.

Die farbphänomenalen Qualia sind damit die sichtbare Oberfläche eines unsichtbaren Feldes. Sie ist die Erscheinung einer Intensität, die aus der Überlagerung überraumzeitlicher Bedeutungs-möglichkeiten entsteht. Die Farben der Rollbilder sind Manifestationen von Resonanzen, die sich dem wahr-nehmenden Empfinden vermitteln, aber nicht durch Wahrnehmung entstehen. Sie sind die phänomenalen Spuren eines psychoiden Bewegtseins, das sich durch Interferenz artikulieren und aktualisieren konnte. In diesem Sinn sind die Farben der Rollbilder Interferenzmuster – nicht im physikalischen Sinn, sondern im metaphysischen Sinn: Muster, die aus der Überlagerung sym-boloider Potenzialitäten hervorgehen und sich als phänomenale Qualität zeigen.

Wenn man diesen Zusammenhang ernst nimmt, dann wird die Farbe zu einem Ausdruck des Uni-versal Seienden. Sie ist die sichtbare Form einer unsichtbaren Struktur, die sich selbst nicht zeigt, sondern sich in ihren Resonanzen offenbart. Die farbphänomenalen Qualia sind die Erscheinung eines Feldes jenseits von Raum und Zeit, aber in Raum und Zeit wirkend. Sie ist die phänomenale Oberfläche eines metaphysischen Potenzialfeldes, das sich durch Interferenz zur Erscheinung bringt. Und in dieser Erscheinung wird das gegenstandslose psychoide Feld sichtbar; nicht als Ob-jekt, sondern als Intensität; nicht als Symbol, sondern als symboloide Resonanz; nicht als kognitive Bedeutung, sondern als farbliche Wirklichkeit.